Dojo-Regeln

Die Dojo-Ordnung gehört seit langem zur Budo-Etikette, da sie die Höflichkeitsformen der Budoka im Dojo und die traditionellen Umgangsformen untereinander regelt und damit Maßstäbe setzt für die moralischen und ethischen Werte des Budo. Wer hat’s erfunden ? Könnt Ihr hier nachlesen. Da jede Schule Ihre eigenen Regeln hat könnt ihr nachfolgend eine allgemeingültige Zusammenfassung lesen.

1. Sei pünktlich im Training

Pünktlichkeit, d.h. gemeinsamer Trainingsbeginn und auch das gemeinsame Trainingsende, ist eine höfliche Voraussetzung für Schüler und Lehrer, da ein Zuspätkommen andere Trainingsteilnehmer stört. Sollte es trotzdem vorkommen, so hat sich der Zuspätkommende so lange am Mattenrand abzusitzen, bis ihn der Lehrer durch eine kurze Verbeugung zum Training auffordert. Besser ist es, 10 min vor Beginn der Trainings umgezogen sich im Dojo zu befinden. Das Betreten der Übungsmatten (Tatami) mit Straßenschuhen ist untersagt.

2. Sei höflich und rücksichtsvoll

Beim Betreten des Dojo hat sich jeder sogleich kurz zu verbeugen. Dies ist Ausdruck des Respekts vor den Begründern und Meister der gelehrten Budosportarten, sowie Begrüßung der bereits Anwesenden. Auf ein lautes „Hallo“ oder „Tschüss“ sowie auf den männlichen Handschlag kann im Dojo verzichtet werden. Der höher graduierte Budoka nimmt Rücksicht auf den Anfänger oder Schüler.

3. Bewahre Ruhe und Konzentration

Das Dojo ist ein Ort der inneren Sammlung und des konzentrierten Trainings. Lautes, aufdringliches und ablenkendes Verhalten sind daher nicht gewünscht. Die Ausnahme ist der so genannte Kampfschrei Kiai.

4. Arbeite und denke mit

Dein Verhalten ist Voraussetzung für ein reibungsloses Training. Sei aufmerksam, hilfsbereit und kameradschaftlich. Beteilige dich intensiv am Training, stelle dich als Partner zur Verfügung.

5. Sei zurückhaltend

Wünscht man vom Lehrer während des Übens eine Erklärung, so hat man sich ihm zuzuwenden und durch eine Verbeugung ihm gegenüber auf sich aufmerksam zu machen. Erst nachdem dieser sich dem Schüler zuwendet und sich ebenfalls verbeugt kann das Wort an ihn gerichtet werden.
Durch stillschweigendes und hartes Training wird man zum Meister.

6. Zeige Respekt

Der Schüler ehrt den Meister und der Meister respektiert den Schüler. Der tiefer Graduierte zeigt Respekt und Hochachtung gegenüber dem höher Graduierten und dem Lehrer (Sensei). So geht der Weg des Respekts von unten nach oben, von oben nach unten und von einem zum andern. Den Anweisungen des Trainers ist Folge zu leisten. Unterschätze deinen Partner oder Gegner nicht. Sei nicht überheblich. Ratschläge höhergraduierter, älterer oder erfahrener Personen sind diskussionslos entgegenzunehmen. Behandle Deinen Lehrer mit der nötigen Höflichkeit und Achtung, denn er bemüht sich freiwillig um Deine Ausbildung.

7.Sei sauber

Beachte die hygienischen Grundvoraussetzungen für ein sportliches Zweikampftraining mit anderen Menschen. Wasche oder dusche dich vor und nach jedem Training. Die Finger- und Fußnägel sollen immer kurz geschnitten sein und ebenso auch die Haare. Falls letzteres nicht möglich ist, müssen die Haare hochgesteckt oder zusammengebunden werden. Die Matten sind nur barfuß zu betreten. Offene oder blutende Wunden sind sofort zu versorgen. Auch der Budogi muss immer sauber sein, d. h. nach jedem zweiten oder dritten Training – je nach Trainingsintensität – ist dieser zu waschen oder zu reinigen. Nach dem Training soll der Budogi zu Hause luftig aufgehängt werden.
Ebenso sind sämtliche Räume, die dem Dojo angegliedert sind, sauber zu hinterlassen.

8. Achte auf frischen Atem

Auf das Essen und Trinken von übel riechenden oder blähenden Speisen oder Getränken (ohne hier Einzelheiten zu nennen) ist grundsätzlich einige Stunden vor Trainingsbeginn zu verzichten. Ebenso auf das Lutschen von Bonbons und auf Kaugummi, um eine Verschluckungsgefahr zu vermeiden.

9. Vermeide Verletzungsgefahr

Das Training hat konzentriert zu erfolgen, da ein oberflächliches und nachlässiges Verhalten oft Ursache für Verletzungen ist. Schmuck ganz gleich welcher Art, d. h. Fingerringe, Ohrringe, Halsketten und auch die Brille, sollten beim Training abgelegt werden. Auch ein Piercing kann Verletzungen verursachen. Ebenso sollten unüberlegte Übungen oder Kraftakte und Mutproben im Training unterbleiben. Die leichtsinnige oder gewaltvolle Anwendung von Griffen oder Techniken ist zu unterlassen.

10. Verlasse Tatami und Dojo nicht

Es ist unhöflich gegenüber dem Partner oder Lehrer, die Matte oder das Dojo während des Trainings unaufgefordert oder unentschuldigt zu verlassen. Bei wichtigen Gründen (Toilette, Unwohlsein, Verletzung) ist dem Lehrer vorher Bescheid zu geben. Wenn möglich, setzt man sich im Sei-za oder im Schneidersitz (anza) an den Rand der Matte und schaut interessiert zu. Wenn man mit dem Training wieder beginnen möchte, zeigt man dies durch eine kurze Verbeugung im Stand (Ritsu-rei), gegenüber dem Trainer, Lehrer oder Meister an.

11. Sei stark und selbstbewusst

Übe Selbstbeherrschung und Selbstdisziplin und lasse es dir nicht anmerken, wenn du müde oder erschöpft bist. Unnötiges Wehklagen und Schmerzäußerungen sind zu vermeiden. Halte deine Gedanken und deinen Körper immer unter Kontrolle. Wegen einer Kleinigkeit macht man keine Pause und wegen eines stärkeren Partners oder Gegners lehnt man die Konfrontation nicht ab.

12. Verzichte auf unfaire Aktionen

Vermeide es, beim Training und im Kampf dein Gegenüber durch Beißen, Stoßen, Treten, Kneifen, an den Haaren ziehen, Finger verbiegen, Füße und Beine verdrehen usw. zu beeinträchtigen und zu schädigen, um Vorteile daraus zu erzielen. Das hast du nicht nötig.

13. Beachte die Anweisungen des Trainers

Auf die Hinweise und Aufforderungen des Trainers und Meisters ist zu achten. Diese sind zu befolgen. Diskussionen über eine Technik mit dem Lehrer sind zu unterlassen. Während der Vorführung und der Erklärung der Technik wird der Lehrer nicht angesprochen. Für Fragen an ihn ist direkt danach und beim anschließenden Üben genügend Zeit. Zur Vorführung einer Technik kann sich der Lehrer einen Trainingsteilnehmer auswählen. Dieser nähert sich dem Lehrer auf ca. 1 ½ m. Hier erfolgt seitens des Schülers eine Verbeugung, die vom Lehrer erwidert wird. Eine Angriffshaltung gegenüber dem Lehrer ist erst auf Aufforderung einzunehmen. Während der Lehrer erklärt hat sich der Schüler abseits, jedoch in Nähe des Lehrers, auf das li. Knie abzuknien.

14. Sei beständig

Trainiere regelmäßig, besuche ständig die Trainingsstunden. Nur so können sich deine Partner auf dich verlassen und nur durch Beständigkeit kommst du im Unterricht weiter und wirst zum Meister. Familienangehörige, Gäste und andere Zuschauer, die sich nicht am Training beteiligen, werden gebeten, sich so zu verhalten, dass sie das Training nicht stören.

Quellen :
Judo Magazin 02/04