Was ist Judo?

Was ist Judo? Häufig gestellte Fragen:

1.      Wo kommt Judo her?
2.      Ist Judo gefährlich?
3.      Wie alt sollte ich sein, um mit Judo anfangen zu können?
4.      Tut Judo nicht weh?
5.      Fördert Judo die körperliche Gesundheit?
6.      Ist Judo auch etwas für „Schüchterne“?
7.      Welchen Wert hat Judo als Selbstverteidigung?
8.      Ist Judo Gewaltprävention?
9.      Wie läuft ein Judotraining ab?
10.    Was bedeutet „Fallen lernen“ und „Kämpfen“?
11.    Wie werde ich Mitglied?
12.    Welche Vorteile hat die Mitgliedschaft in einem Judoclub?
13.    Welche Gürtel gibt es beim Judo und welche Bedeutung haben sie?
14.    Warum gibt es weiße und blaue Judoanzüge?
15.    Sind die Gürtelprüfungen international anerkannt?
16.    Kann ich Judo auch ohne Judoanzug machen?
17.    Was sollte ich beachten, wenn ich auf die Judomatte gehe?

Wo kommt Judo her?
Etwa gegen 1880 entwickelte ein Professor in Japan (Jigoro Kano) eine neue Kampfsport-Disziplin für seine damaligen Schüler. Einen „sanften Weg“ (japanisch: JU-DO) wollte er, auf dem körperliche, geistige, persönliche und soziale Fähigkeiten entwickelt und gefördert werden. Die Techniken sollten keine gefährlichen Elemente wie etwa Tritte und Schläge enthalten und dennoch effektive Selbstverteidigung ermöglichen. Judo entwickelte sich immer weiter bis hin zur Olympischen Disziplin.

Ist Judo gefährlich?
Nein, Judo ist keine gefährliche Sportart. Aus verschiedenen Untersuchungen geht hervor, dass die Ballsportarten und z.B. Inline-Skating, sogar Leichtathletik und Turnen z.T. wesentlich mehr Verletzungen hervorrufen als Judo. Diesbezüglich ist Judo etwa mit Schwimmen vergleichbar.

Wie alt sollte ich sein, um mit Judo anfangen zu können?
Kinderjudo kann in unserem Verein ab 6 Jahren betrieben werden. Für kleinere „Kämpfer“ empfehlen wir die Budokids.

Tut Judo nicht weh?
Nein! Wie bei allem was man neu erlernt fangen wir natürlich klein an. Ehe man sich versieht, macht man spektakuläre Rollen ohne sich dabei weh zu tun.

Fördert Judo die körperliche Gesundheit?
Da man sich stets in allen drei Ebenen des Raumes bewegt und den Körper, Kopf, Arme und Beine koordinieren muss, entwickelt sich eine überdurchschnittliche Körperwahrnehmung. Im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten werden nicht nur schwerpunktartig die Arme oder Beine trainiert. Judo ist ein Sport, der den ganzen Körper einbezieht. Speziell für Personen mit Rückenproblemen und Haltungsschwächen bietet sich Judo an.

Ist Judo auch etwas für „Schüchterne“?
Ganz viele zurückhaltende  Kinder  erleben  durch  Judo eine neue oder  andere Rolle in der Gruppe.  Oft entsteht nachhaltiges  Selbstvertrauen und Selbstsicherheit.  Beim Judo erwächst ein Gemeinschaftsgefühl. So kam es vor, dass  kleinere  Kinder,  die ja  gewöhnlich   noch   etwas  kräftiger am „Rockzipfel“  der Mutter hängen,  nach dem zweiten Training so begeistert waren, dass  sie  das Trai-ningsende viel zu früh erreichten und lieber auf der Matte bleiben wollten. In die Gruppe mit Freude und Spaß inte-griert, finden sie sehr schnell den eigenen Weg zu dieser Sportart.

Welchen Wert hat Judo als Selbstverteidigung?
Grundsätzlich erhöht Judo das Selbstbewusstsein und reduziert das Gefühl, ausgeliefert zu sein. Schließlich erlernt man ja eine sog. Kampfsportart und auch wenn man nicht bewusst daran denkt, so tritt man dadurch doch automatisch etwas sicherer auf. Situationen, die eine Selbstverteidigung erforderlich machen beginnen oft mit einem Verhalten, bei dem ein Mensch unsicher und als „Opfer“ wirkt.
Andere Menschen können die durch Judo allmählich wachsende Ausstrahlung von Sicherheit wahrnehmen, wodurch dieses „Opferschema“ oft nicht mehr in oben beschriebener Weise wirkt. Die Mädchen und Jungen lernen beim Judo auch, Alltagskonflikte (z.B. auf dem Schulweg) nicht durch körperliche Auseinandersetzung zu „klären“. Ein Judoka ist emotional gestärkter und innerlich sicherer, und sie/er wird sich eher mit körperlichen Maßnahmen zurückhalten. Die Vermittlung von Judo Techniken ist immer begleitet vom Erlernen eines verantwortungsvollen Umgangs damit.
Wir haben im Training die Möglichkeit unsere Techniken auszuprobieren und uns miteinander zu messen. Deshalb entwickelt sich eher die Einstellung „gelassen über den Dingen zu stehen“, als die Haltung, mit den gelernten Fähigkeiten anzugeben. Kampftechniken gehört nicht in den Alltag! Sollte es allerdings zu einer echten Notsituation kommen, bei der das körperliche Befinden in Gefahr ist, dann wird ein Judoka sich auch wehren müssen und dieses auch in angemessener Weise können.
Eine körperliche Selbstverteidigung durch Judo setzt Körperkontakt voraus – ich muss meinen Angreifer an-fassen können. Wenn Mädchen in eine Situation geraten, in der sie sich verteidigen müssen, dann wird in fast allen Fällen Körperkontakt vorhanden sein.

Ist Judo Gewaltprävention?
Ja! Unser Trainer Martin Gerstner ist Referent des Badischen Judoverbandes für Selbstverteidigung. Als Polizeibeamter bildet er auch die Gewaltschutztrainer des Badischen Judoverbandes und des Karateverbandes Baden-Württemberg aus.
Mittlerweile gibt es auch in Deutschland viele erfolgreiche Judo Projekte, die speziell zur Gewaltprävention und Integration eingerichtet wurden.

Wie läuft ein Judotraining ab?
Nachdem wir uns gemeinsam in einer traditionellen Form begrüßt haben, machen wir ein Aufwärmtraining. Weil richtiges Fallen die Voraussetzung für ein verletzungsfreies Judo ist, erfolgt immer ein Wiederholen bzw. Erlernen der Fallübungen.
Im Technikteil lernst du neue Wurftechniken, sowie Techniken in der Bodenlage.
Du kannst gerne neue Spielideen mit einbringen! Zum Abschluss eines Trainings finden so genannte Randoris statt. Der Sinn dieser Übungsform ist es, die erlernten Techniken mit einem Partner unabgesprochen auszuprobieren. Du kannst dir das wie ein spielerisches, geregeltes und freundschaftliches „Balgen“ vorstellen, das viel Spaß macht.
Einmal im Monat machen wir auch ein spezielles Selbstverteidigungstraining. Mindestens zweimal im Monat machen wir spezielles Prüfungstraining.
Für Wettkämpfer bieten wir mittwochs ein spezielles Wettkampftraining an. Da kommst du aber nur rein, wenn dich der Trainer empfiehlt.

Was bedeutet „Fallen lernen“ und „Kämpfen“?
Wer Judo nicht kennt, denkt vielleicht, dass man nur Techniken vermittelt bekommt, mit denen man sich schützen und verteidigen kann. Es ist viel mehr, denn zuerst lernst du richtig zu fallen. Das klingt hart, ist es aber nicht. „Fallen“ ist eigentlich keine gute Formulierung, denn in kleinen Schritten wird dir gezeigt, wie du ohne Furcht und ohne Schmerzen verletzungsfrei auf den Boden kommen kannst.
Wir machen Judo auf einer Schaumstoffmatte (Tatami), dennoch ist es nicht selten vorgekommen, dass bei Fahrradstürzen Judokas ohne Verletzungen geblieben sind, obwohl eine Straße wirklich hart ist. Ihr lernt, einen Partner mit Judotechniken kontrolliert zu Boden zu bringen, manche sagen auch „Werfen“ dazu.
Hat dich schon mal jemand auf dem Boden festgehalten und du konntest nichts machen?
Beim Judo wirst du schnell erfahren wie man den Spieß umdrehen kann. Das ist aber  noch nicht alles, denn im Vordergrund steht auch der große  Spaßfaktor.  Durch Judospiele wärmt ihr euch erst auf und immer wieder gibt es Zeit,  um in einer fair geregelten Form des  „Balgens“  die gelernten Techniken auszuprobieren. Dabei  ist das körperliche  Messen („Kämpfen“) mit einem Partner immer ein partnerschaftliches Miteinander.
Natürlich werdet ihr im Laufe der Zeit beweglicher, kräftiger,  fitter und  fühlt  euch  wohler und sicherer.

Wie werde ich Mitglied?
Bei uns hast du immer die Möglichkeit für 4 Wochen reinzuschnuppern. Wir haben dafür extra eine „Nichtmitgliederversicherung“ abgeschlossen, so dass dein Versicherungsschutz so gewährt ist. Danach musst du dich entscheiden, ob du weitermachen willst. Dies geht nur mit der Mitgliedschaft im Verein. Was das kostet findest du auf der Homepage unter „Verein“.

Welche Vorteile hat die Mitgliedschaft in einem Judoclub?
Das Budozentrum Dokan e.V. ist Mitglied beim Badischen Judo Verband (wichtig für die Unfall-Versicherung) und Mitglied beim DJB (Deutscher Judo Bund). Dadurch können alle Vereinsmitglieder auch an den Veranstaltungen des DJB teilnehmen (z.B. Lehrgänge, Gürtelprüfungen, Wettkämpfe: angefangen bei Kreismeisterschaften bis zur Olympiateilnahme, …). So ausgeschlossen ist das nicht: unser Judoka Dino Pfeiffer steht mit einem Fuß schon in der Qualifizierung zur Olympiade. Hoffentlich klappt es.

Welche Gürtel gibt es beim Judo und welche Bedeutung haben sie?
Wenn man beim Üben einige neue Techniken gelernt hat, dann sollte man auch dafür Anerkennung bekommen. Dafür gibt es beim Judo die verschiedenen Gürtelfarben. Sie drücken deine immer weiter wachsenden Fähigkeiten als Judoka aus. Damit du deinen Judoanzug richtig tragen kannst, hat jeder am Anfang einen weißen Gürtel. Dann verändern sich die Gürtelfarben im Laufe der Zeit.
Die Reihenfolge ist weiß, weiß-gelb, gelb, gelb-orange, orange, orange-grün, grün, blau und dann braun. Früher gab es weniger Grade bei den Farbgurten (Kyu-Grade). Es wurden weitere Stufen hinzugenommen, um gerade Kindern und Jugendlichen auch kleinere Lernerfolge honorieren zu können. Wenn du ein erwachsener Judomeister geworden bist, dann kannst du einen schwarzen Gürtel (Dan-Grade) tragen. Den schwarzen Gürtel kann man frühestens als Erwachsener, also mit 18 Jahren, ablegen.

Warum gibt es weiße und blaue Judoanzüge?
Im Wettkampfsport werden weiße und blaue Judoanzüge getragen, damit man die Kämpfer besser unterscheiden kann.

Sind die Gürtelprüfungen international anerkannt?
Ja, die Gürtelprüfungen sind international anerkannt. Sie müssen durch einen Prüfer mit Prüfungsberechtigung abgenommen werden. Im Judopass wird das für den Judoka eingetragen und durch Unterschrift und Kyu-Marke bestätigt. Die Altersbedingungen für den jeweiligen Gürtel im Kinderbereich sind in den EU-Ländern zum Teil unterschiedlich geregelt. Die Prüfungsbedingungen findet man auf der Homepage des Badischen Judoverbandes unter www.badischer-judo-verband.de

Kann ich Judo auch ohne Judoanzug machen?
Ja, für die ersten Trainingsstunden ist eine Sporthose und ein T-Shirt völlig ausreichend. Danach solltest du möglichst schnell einen Judoanzug zur Verfügung haben, nur damit können alle weiteren Trainingsübungen sinnvoll durchgeführt werden. Im Jahr 2010 haben wir auch eine tolle Werbekampagne: wenn du Mitglied in unserem Verein wirst, bekommst du einen Judoanzug geschenkt, wenn du dich für 1 Jahr Mitgliedschaft verpflichtest.

Was sollte ich beachten, wenn ich auf die Judomatte gehe?
Die Finger- und Fußnägel sollten so kurz sein, dass sie keine Gefahr für dich selbst (abbrechen) oder andere (kratzen) darstellen. Die Sportkleidung sollte möglichst sauber sein. Füße und Hände werden vor dem Training kurz gewaschen. Du brauchst auch Badelatschen, damit du von der Umkleidekabine in das Dojo gehen kannst. Aus Hygienegründen macht man das nicht barfuss. Jeder Schmuck muss abgelegt werden, auch Haargummis mit Metall sind aus Sicherheitsgründen nicht zugelassen.
Falls ein frisch gestochener Ohrring oder Piercing nicht herausgenommen werden kann, so kann man diese Stellen mit einem Pflaster oder Tape abkleben. Du solltest kurz vor dem Training keine Mahlzeit zu dir genommen haben.